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Aufstehhilfe vom Boden: Hebestuhl, Hebekissen oder Lifter nach einem Sturz

Eine Aufstehhilfe vom Boden ist ein Gerät, mit dem eine helfende Person einen gestürzten Menschen ohne schweres Heben wieder in den Sitz bringt: ein Hebestuhl mit Akku, ein aufblasbares Hebekissen oder ein Lifter. Alle drei sind laut Hersteller nur für Menschen gedacht, die sich beim Sturz nicht verletzt haben. Bei Verdacht auf eine Verletzung gilt: liegen lassen, warm halten, 112 wählen.

von der Redaktion aktualisiert am 26. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Vom Boden hoch helfen drei Gerätearten: ein akkubetriebener Hebestuhl wie der Raizer II, ein Hebekissen mit Kompressor wie die Mangar ELK oder ein fahrbarer Lifter mit Hebetuch. Eine zweite Person bedient sie. Vorher muss klar sein, dass sich der gestürzte Mensch nicht verletzt hat und ansprechbar ist. Bei Schmerzen an Kopf, Rücken, Nacken oder Hüfte: nicht heben, 112 wählen.

Inhalt dieser Seite

Zuerst: darf überhaupt gehoben werden?

Bevor ein Gerät ins Spiel kommt, steht eine Prüfung. Alle Hersteller, deren Anleitungen wir gelesen haben, setzen sie voraus.

Kann der gestürzte Mensch selbst aufstehen, braucht es meist gar kein Gerät. Wie das über den Vierfüßlerstand zu einem stabilen Möbel geht, steht unter Nach einem Sturz aufstehen. Diese Seite ist für den Fall gedacht, dass jemand unverletzt ist, aber allein nicht hochkommt.

LageWas zu tun ist
verletzt, starke Schmerzen, nicht ansprechbarnicht heben, 112, warm halten
unverletzt, kann selbst aufstehenlangsam über den Vierfüßlerstand zu einem Stuhl oder Bett
unverletzt, kommt allein nicht hochHebestuhl, Hebekissen oder Lifter mit einer helfenden Person

Drei Geräte, die vom Boden hochhelfen

GerätWie es hebtBis wohinHöchstlast laut Hersteller
Hebestuhl Raizer IIAkku-Motor, Sitz mit Rückenlehne und vier BeinenSitz oder fast Stand150 kg
Hebekissen Mangar ELKvier Luftkammern, Akku-Kompressorerhöhter Sitz450 kg
Fahrbarer LifterHubarm mit Hebetuchbis Bett oder Stuhlje nach Modell

Die Angaben stammen aus den Anleitungen der Hersteller und aus dem Hilfsmittelverzeichnis. Allen gemeinsam: Eine zweite Person bedient das Gerät.

Hebestuhl: Raizer II

Der Raizer II ist laut Benutzerhandbuch ein „batteriebetriebener mobiler Hebestuhl“. Er bringt eine liegende Person in eine sitzende oder fast stehende Position. Eine einzige Hilfsperson kann ihn bedienen, über ein Bedienfeld am Sitz oder per Fernbedienung.

Die Hilfsperson baut den Stuhl um den liegenden Menschen herum auf: erst die Rückenlehne, dann die Beine. Der Mensch muss dafür auf dem Rücken liegen. Gehoben wird nur, solange die Taste gedrückt ist. Ein Hub dauert laut Handbuch 20 bis 30 Sekunden.

Weitere Angaben aus dem Handbuch:

  • Höchstlast 150 kg; schwerere Menschen sind ausgeschlossen.
  • Gesamtgewicht 14,1 kg, getragen in zwei Taschen.
  • Mit voller Ladung etwa 40 Hübe bei Höchstlast, etwa 80 bei durchschnittlicher Last.
  • Ein Beckengurt gehört dazu. Der Hersteller weist darauf hin, dass er den Oberkörper nicht stützt.
  • Der Stuhl ist nicht für den Transport von Personen gedacht. Mit dem Menschen darin wird er nicht geschoben.
  • Mindestens alle 6 Monate aufladen und prüfen.

Hebekissen: Mangar ELK

Die Mangar ELK ist laut Anleitung ein „Vierkammer-Notfallhebekissen“. Der gestürzte Mensch wird auf das flache Kissen gerollt und dann in eine sitzende Haltung gebracht. Ein Akku-Kompressor (Airflo 24) bläst die vier Kammern nacheinander auf, gesteuert über eine Handbedienung.

Die Anleitung nennt klare Regeln:

  • Nur Personen, die mit der Bedienung vertraut sind, setzen das Kissen ein.
  • Der angehobene Mensch muss von einem oder mehreren Helfern gestützt werden.
  • Die Kammern immer von unten nach oben füllen. Keine untere Kammer darf Luft verlieren, solange eine obere gefüllt ist.
  • Auf rauem Untergrund eine Decke oder ein Handtuch unterlegen.

Die Höchstlast beträgt laut Anleitung 450 kg, das Kissen selbst wiegt 3,6 kg. Den Kompressor beschreibt eine eigene Anleitung, die wir nicht ausgewertet haben.

Lifter mit Hebetuch

Ein fahrbarer Lifter mit Hebetuch kann einen Menschen laut Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 22) „bis auf Bodenniveau“ absenken und vom Boden aufnehmen. Er wird von einer Pflegeperson bedient und ist für einen leihweisen Einsatz gedacht. Wer ohnehin einen Lifter zu Hause hat, kann ihn also auch nach einem Sturz nutzen. Mehr dazu unter Aufstehlifter und Patientenlifter.

Was davon zu Hause passt

  1. Wer hilft?

    Ein Hebestuhl oder Hebekissen nützt nur, wenn jemand da ist, der es aufbauen und bedienen kann. Wer allein lebt, braucht vor allem einen Weg, Hilfe zu rufen, etwa einen Hausnotruf.
  2. Wie oft kommt es vor?

    Nach einem einzelnen Sturz zuerst die Ursachen klären lassen. Der NHS rät, nach einem Sturz die Hausarztpraxis aufzusuchen.
  3. Wie schwer ist der Mensch?

    Vergleiche das Körpergewicht mit der Höchstlast in der Anleitung, nicht mit Werbeangaben.
  4. Einweisung holen

    Lass dir das Gerät im Sanitätshaus zeigen und üb den Aufbau, bevor es gebraucht wird.
  5. Aufladen nicht vergessen

    Ein leerer Akku hilft im Notfall nicht. Laut Raizer-Handbuch dauert das Laden mit dem Ladegerät bis zu 6 Stunden.

Und bei Amazon?

Unter „Aufstehhilfe vom Boden“ finden sich bei Amazon vor allem Hebekissen und Stützgestelle. Zu diesen Angeboten haben wir keine Herstellerunterlagen ausgewertet. Eine Empfehlung sprechen wir deshalb nicht aus.

Wenn du selbst vergleichst, achte auf drei Dinge: eine deutsche Gebrauchsanweisung mit Gegenanzeigen, eine Höchstlast aus dieser Anleitung und eine Angabe, wer das Gerät warten soll. Fehlt das, fehlt die Grundlage für einen sicheren Einsatz. Frei stehende Stützgestelle ohne Anleitung helfen vom Boden ohnehin nicht, siehe Mobile Aufstehhilfe.

Vorbeugen: Hausnotruf und Licht

Die Uniklinik Aachen nennt Hausnotrufsysteme eine gute Möglichkeit, bei einem Sturz schnell Hilfe zu bekommen. Der Alarmknopf funktioniert aber nur, wenn du ihn immer am Körper trägst. Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) übernimmt die Pflegekasse unter Umständen einen Teil der Kosten. Das BIÖG empfiehlt außerdem, das Aufstehen vom Boden unter fachlicher Anleitung zu üben, etwa in der Physiotherapie.

Viele Stürze passieren auf dem Weg aus dem Bett. Wie du sicher von der Bettkante aufstehst, erklärt Aufstehen aus dem Bett. Welche Hilfe am Bett zu welcher Kraft passt, zeigt Aufstehhilfen für Senioren, Griffe für die Bettkante stehen unter Bettgriff.

Fazit

Vom Boden helfen Hebestuhl, Hebekissen und Lifter – aber immer durch eine zweite Person und nur, wenn sich der gestürzte Mensch nicht verletzt hat. Bei Zweifel gilt: liegen lassen, warm halten, 112. Ein Gerät lohnt sich vor allem dort, wo regelmäßig jemand hilft und Stürze häufiger vorkommen.

Fragen, die oft gestellt werden

Was ist die beste Aufstehhilfe vom Boden für Senioren?

Das hängt davon ab, wer hilft und wie viel Platz da ist. Ein Hebestuhl wie der Raizer II lässt sich laut Hersteller von einer Person aufbauen und hebt bis 150 kg. Ein Hebekissen wie die Mangar ELK braucht einen Kompressor und geübte Helfer. Wer schon einen Lifter mit Hebetuch hat, kann laut Hilfsmittelverzeichnis auch damit vom Boden aufnehmen.

Wie funktioniert eine aufblasbare Aufstehhilfe?

Ein Hebekissen wie die Mangar ELK hat vier Kammern. Der gestürzte Mensch wird darauf gerollt und sitzt dann auf dem Kissen. Ein Akku-Kompressor bläst die Kammern nacheinander von unten nach oben auf. Laut Anleitung darf keine untere Kammer Luft verlieren, solange eine obere gefüllt ist.

Darf ich einen gestürzten Angehörigen selbst hochheben?

Nicht mit eigener Kraft. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät, die Person bequem und warm zu lagern, ihr vorsichtig zu helfen, wenn sie selbst aufstehen kann, sie aber nicht selbst hochzuheben. Bei Schmerzen an Kopf, Rücken, Nacken oder Hüfte oder wenn sie nicht hochkommt: 112 wählen.

Gibt es eine elektrische Aufstehhilfe vom Boden?

Ja. Der Raizer II ist ein Hebestuhl mit Akku, der laut Hersteller in 20 bis 30 Sekunden hebt. Die Mangar ELK wird mit einem Akku-Kompressor aufgeblasen. Beide bedient eine helfende Person, nicht der gestürzte Mensch selbst.

Quellen

Gut zu lesen als Nächstes

Wer hier schreibt

Redaktion aufstehhilfe-bett.de

Kaufberatung für Aufstehhilfen fürs Bett und WC

Wir sind die Redaktion von aufstehhilfe-bett.de. Wir werten Herstellerangaben und Gebrauchsanweisungen, das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen, Gesetzestexte und Behördenhinweise aus und erklären ruhig, welche Aufstehhilfe zu Kraft, Bett und Kasse passt – für ältere Menschen und für Angehörige, die mit aussuchen. Eigene Tests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Hilfsmittelverzeichnis, Gesetze & Anleitungen ausgewertet
  • Quellen auf jeder Seite
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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