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Pflegebett mit Aufstehhilfe: Sitz- und Aufrichtfunktion, Zubehör und der Weg über die Kasse

Mit „Pflegebett mit Aufstehhilfe“ ist eines von zwei Dingen gemeint: ein Pflegebett, das sich in eine sesselähnliche Sitzposition fahren lässt, aus der man aufsteht, oder ein normales Pflegebett mit Zubehör wie Bettgalgen oder Aufrichtgriff. Beides gibt es über Kranken- oder Pflegekasse, meist als Leihgerät. Bei Amazon findest du kein solches Pflegebett, sondern Zubehör fürs vorhandene Bett.

von der Redaktion aktualisiert am 26. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

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Die kurze Antwort

Ein Pflegebett mit Sitz- und Aufrichtfunktion fährt in eine nach vorne offene, sesselähnliche Sitzposition, aus der man aufstehen kann. Die Kasse stellt es nur, wenn ein Pflegebett nötig ist und andere Lösungen ausscheiden – meist leihweise. Bettgalgen und Aufrichtgriffe gibt es dort nur als Zubehör zum Pflegebett. Am normalen Bett hilft ein freistehender Bettgalgen oder ein Bettgriff, den du selbst kaufst.

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Zwei Bedeutungen – zwei Lösungen

Wer nach einem Pflegebett mit Aufstehhilfe sucht, meint meist eines von zwei Dingen.

1. Ein Pflegebett mit Sitz- und Aufrichtfunktion. Das Bett selbst hilft beim Aufstehen. Das Hilfsmittelverzeichnis beschreibt es so: Das Bett kann „aus der Liegeposition in eine nach vorne offene, sesselähnliche Sitzposition überführt werden“, die eine eigenständige Mobilisierung „aus dem Sitzen heraus“ ermöglicht. Als Anforderung nennt das Verzeichnis eine Höhenverstellung der Liegefläche von 400 bis 700 Millimetern, gemessen ohne Matratze.

2. Ein Pflegebett mit Zubehör. Ein normales, motorisch verstellbares Pflegebett bekommt einen Bettaufrichter (Bettgalgen) über dem Kopfende oder einen festen Griff an der Längsseite. Laut Hilfsmittelverzeichnis gibt es solche Betten mit „erforderlichem Zubehör (zum Beispiel Bettaufrichthilfen, Seitenpolstern, sonstigen Aufrichthilfen, Bettseitenteilen)“.

Dazu kommt eine dritte Lösung für das eigene Bett: ein motorischer Einlegerahmen, der ins vorhandene Bett eingebaut wird. Laut Verzeichnis gibt es ihn auch mit Sitz- und Schwenkfunktion, die „ein Sitzen quer zur Längsachse des Bettes“ und damit unter anderem ein leichteres Verlassen des Bettes ermöglicht.

Was die Bauarten können

LösungHilft beiVoraussetzung laut VerzeichnisBezug
Pflegebett mit Sitz- und Aufrichtfunktion (19.40.01.8, Pflegekasse 50.45.01.4)Aufsetzen und Aufstehen aus der SitzpositionPflegebett nötig, Sitzfunktion erforderlich, andere Maßnahmen scheiden ausSanitätshaus, Kasse
Pflegebett mit BettaufrichterAufrichten aus dem LiegenPflegebett nötig, Restkräfte in Oberkörper und ArmenSanitätshaus, Kasse
Pflegebett mit festem GriffAufrichten in eine sichere SitzhaltungPflegebett nötig, ein Arm belastbar, Rumpfkontrolle, Streckfähigkeit der BeineSanitätshaus, Kasse
Motorischer Einlegerahmen mit Sitz-/Schwenkfunktion (19.40.03.3, Pflegekasse 50.45.03.3)leichteres Verlassen des eigenen Betteseigene Produktart im VerzeichnisSanitätshaus, Kasse
Freistehender Bettgalgen am normalen BettAufrichten aus dem LiegenKraft in Oberkörper und Armenselbst kaufen

Der Weg über die Kasse

Ein Pflegebett mit Aufstehhilfe ist ein Kassenthema. Die wichtigsten Regeln stehen im Hilfsmittelverzeichnis:

  • Das Pflegebett selbst kommt laut Verzeichnis in Betracht, wenn das handelsübliche Bett nicht genutzt werden kann und auch Zubehör oder ein behindertengerechter Einlegerahmen das nicht ermöglichen.
  • Die Sitz- und Aufrichtfunktion setzt zusätzlich voraus, dass eine Sitzfunktion erforderlich ist, damit der Mensch das Bett selbstständig aufsuchen oder verlassen kann, „wenn andere Maßnahmen oder alternative Versorgungsmöglichkeiten ausscheiden“.
  • Bettgalgen und Aufrichtgriffe nennt das Verzeichnis „Bei Indikation zur Versorgung mit einem motorisch verstellbaren behindertengerechten Bett“. Sie gibt es von der Kasse also vor allem als Zubehör zu einem medizinisch nötigen Pflegebett. Für einen Griff am normalen Bett ist die Kostenübernahme die Ausnahme.
  • Bei der Pflegekasse stehen Bettaufrichter (50.45.02.2), sonstige Aufrichthilfen (50.45.02.3) und Bettseitenteile (50.45.02.4) im Pflegehilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 50, als Pflegebettenzubehör. Es gibt sie also auch dort nur zusammen mit einem Pflegebett. Pflegebetten mit Sitz- und Aufrichtfunktion führt Produktgruppe 50 als Produktart 50.45.01.4 ebenfalls. Alle Nummern im Überblick stehen unter Hilfsmittelnummer.

Hilfsmittel zahlt die Krankenkasse (§ 33 SGB V), Pflegehilfsmittel die Pflegekasse mit Pflegegrad (§ 40 SGB XI). Technische Pflegehilfsmittel werden vorrangig leihweise überlassen. Meist verlangt die Kasse eine ärztliche Verordnung; gesetzlich Pflicht ist sie nur in bestimmten Fällen (§ 33 Abs. 5a SGB V). Empfiehlt eine Pflegefachperson das Pflegehilfsmittel bei der Antragstellung, braucht es keine ärztliche Verordnung (§ 40 Abs. 6 SGB XI).

Die Kasse versorgt über ihre Vertragspartner und übernimmt die vertraglich vereinbarten Preise (§ 33 Abs. 6 und 7 SGB V). Wer selbst kauft und die Rechnung einreicht, bekommt das Geld deshalb in der Regel nicht erstattet. Wie du den Antrag stellst, erklärt Aufstehhilfe beantragen; was die Kasse beim Pflegebett genau prüft, steht unter Pflegebett mit Aufstehhilfe von der Krankenkasse.

Privat kaufen oder gebraucht?

Wer ein Pflegebett gebraucht kauft, sollte zwei Punkte kennen. Die Landesbehörden berichten, dass seit 1998 in Deutschland Menschen an Kranken- und Pflegebetten zu Tode gekommen sind. Ursachen waren unter anderem Brände bei elektrisch verstellbaren Betten und Seitengitter, deren Maße nicht eingehalten waren.

Zum 01.10.2010 haben die Normen DIN EN 1970 und DIN EN 60601-2-38 der Norm DIN EN 60601-2-52 Platz gemacht. Die Behörden empfehlen bei der Neubeschaffung, sich die Einhaltung der Anforderungen bestätigen zu lassen. Bei einem gebrauchten Bett lohnt sich diese Frage ebenso.

Ein Vorteil des Leihbetts: Im ambulanten Bereich sind laut Behörden „in der Regel die Kranken- und Pflegekassen“ Betreiber der Betten. Für Wartung und Prüfung ist dann der Betreiber verantwortlich.

Ohne Pflegebett: was am normalen Bett hilft

Nicht jeder braucht gleich ein Pflegebett. Ist nur das Bett zu niedrig, hilft oft schon die passende Höhe – siehe Seniorenbett. Fällt vor allem das Aufrichten aus dem Liegen schwer und haben Arme und Oberkörper noch Kraft, hilft ein freistehender Bettgalgen am eigenen Bett.

Unsere Empfehlung ist der Rehaforum Bettgalgen*. Laut Gebrauchsanweisung steht sein Fuß am Kopfende auf dem Boden, die Griffhöhe ist zwischen etwa 1,24 und 1,33 m über dem Boden einstellbar, die Höchstbelastung beträgt 100 kg. Er dient zum Aufrichten aus der Liege- in die Sitzposition und zum Verändern der Lage im Bett.

Rehaforum Medical

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Unsere EmpfehlungAnzeige

Freistehender Bettgalgen vom Hilfsmittelhersteller – mit Gebrauchsanweisung, klaren Grenzen und ohne Werkzeug an jedes Bett zu stellen.

Warum hier: Aufrichthilfe ohne Pflegebett: steht frei am Kopfende des eigenen Bettes, mit Gebrauchsanweisung des Herstellers; Höchstbelastung 100 kg.

Ideal für: Normale Betten, wenn Arme und Oberkörper noch Kraft haben und das Aufrichten aus dem Liegen schwerfällt.

Stärken

  • Freistehend: steht laut Anleitung am Kopfende des Bettes, kein Bohren, kein Pflegebett nötig
  • Griffhöhe über dem Boden etwa 1,24 bis 1,33 m einstellbar (Gebrauchsanweisung)
  • Klare Hinweise des Herstellers: Griff auf Höhe oberer Brustkorb bis Kinn, nicht ruckartig loslassen

Schwächen

  • Höchstbelastung 100 kg laut Hersteller – für schwere Menschen zu wenig
  • Standfläche des Fußes 83 × 76 cm laut technischen Daten (im Montagetext „etwa 86 x 76 cm“): braucht Platz am Kopfende
  • Nicht für Menschen mit starken Wahrnehmungsstörungen oder Rückenverletzungen (Kontraindikation laut Hersteller)
Bauform
Bettgalgen freistehend
Aufstellung
Fuß auf dem Boden, Säule am Kopfende
Griffhöhe
ca. 1,24–1,33 m über dem Boden
Maße
Höhe 176 cm, Ausladung ca. 75 cm, Fuß 83 × 76 cm (techn. Daten; Montagetext: etwa 86 × 76 cm)
Belastbar bis
100 kg
Besonderheit
Stahl lackiert, 13 kg

Grenzen laut Hersteller: nicht geeignet unter anderem bei starken Wahrnehmungsstörungen, Rückenverletzungen und krankheitsbedingter Unfähigkeit zum Sitzen. Zum Umsetzen in Rollstuhl oder Toilettenstuhl soll Pflegepersonal helfen.

Für wen welche Lösung?

Welche Hilfe passt zu wem?

  1. Wenn du das Aufrichten aus dem Liegen schwerfällt und die Arme noch Kraft haben → Rehaforum Bettgalgen

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  2. Wenn du vor allem an der Bettkante beim Aufstehen Halt brauchst → ELONEO Bettgriff

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  3. Wenn du dich auch mit Griff kaum noch aufrichten kannst und ein Pflegebett nötig scheint

  4. Wenn du eine motorische Lösung fürs eigene Bett suchst

Vergleich: Rehaforum Bettgalgen, ELONEO Bettgriff, COSYLIFT Lattenrost-Lift
VergleichUnsere EmpfehlungRehaforum BettgalgenUnsere EmpfehlungELONEO BettgriffNur AnbieterangabenCOSYLIFT Lattenrost-Lift
BauformBettgalgen freistehendBettgriff mit Platteelektrischer Lattenrost-Einsatz
BefestigungFuß auf dem Boden, Säule am Kopfende2 Nylongurte am Lattenrost, Klickverschluss–
Griffhöheca. 1,24–1,33 m über dem Boden42–52 cm, verstellbar–
MaßeHöhe 176 cm, Ausladung ca. 75 cm, Fuß 83 × 76 cm (techn. Daten; Montagetext: etwa 86 × 76 cm)Fuß 31 × 44 cm, Griffbreite 16,5 cm–
Belastbar bis100 kg60 bzw. ca. 68 kg Stützgewicht (widersprüchlich)–
BesonderheitStahl lackiert, 13 kgStahl, weiß beschichtetMotor mit Handschalter (laut Anbieter)
Ideal fürNormale Betten, wenn Arme und Oberkörper noch Kraft haben und das Aufrichten aus dem Liegen schwerfällt.Normale Betten mit Lattenrost, wenn vor allem das Aufsetzen an der Bettkante und das Aufstehen schwerfallen.Wer sich auch mit Griff kaum aus dem Liegen aufrichten kann, aber kein Pflegebett möchte.
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Daten laut Hersteller bzw. Anbieter (Stand 26.10.2026). Auf dem Handy lässt sich die Tabelle seitlich wischen.

Zum Rehaforum-Galgen liegt die Gebrauchsanweisung vor, zum ELONEO-Griff Händlerangaben mit technischen Daten. Zum COSYLIFT Lattenrost-Lift*, einem motorischen Einsatz, der laut Anbieter das Kopfteil im vorhandenen Bett anhebt, liegen nur Anbieterangaben vor. Er ist kein Pflegebett. Handelsübliche Einlegerahmen, insbesondere ohne Höhenverstellung und ohne elektrische Verstellung, zählt das Hilfsmittelverzeichnis nicht zu den Kassenleistungen; rechne bei solchen Einsätzen also mit dem Selbstkauf. Mehr zu motorischen Lösungen steht unter Elektrische Aufstehhilfe fürs Bett.

Typische Fehler

  • Erst kaufen, dann fragen. Eine selbst gekaufte Lösung erstattet die Kasse in der Regel nicht.
  • Bettgalgen als Hebehilfe nutzen. Der Mensch im Bett zieht sich mit eigener Kraft hoch; Angehörige ziehen niemanden daran hoch.
  • Altes Pflegebett ohne Prüfung. Elektrik und Seitengitter vor der ersten Nutzung prüfen lassen.
  • Seitengitter ohne Einwilligung. Seitengitter am Pflegebett können eine freiheitsentziehende Maßnahme sein; siehe Bettgitter für Senioren.

Hilfe-Wahl in 4 Fragen

Frage 1 von 4

Was fällt am schwersten?

Denk an einen ganz normalen Morgen oder an die Nacht.

Fazit

Ein Pflegebett mit Aufstehhilfe bekommst du über Sanitätshaus und Kasse, meist als Leihgerät – vorausgesetzt, ein Pflegebett ist nötig. Bettgalgen und Aufrichtgriffe zahlt die Kasse vor allem als Zubehör dazu. Am normalen Bett ist ein freistehender Bettgalgen wie der Rehaforum die einfachste Aufrichthilfe; für Halt an der Bettkante ein Bettgriff. Einen Überblick über alle Bauformen gibt die Startseite, mehr zum Galgen die Seite Bettgalgen.

Fragen, die oft gestellt werden

Was ist ein Pflegebett mit Aufstehhilfe?

Im Hilfsmittelverzeichnis heißt es „Behindertengerechtes Bett mit Sitz- und Aufrichtfunktion“. Das Bett lässt sich aus der Liegeposition in eine nach vorne offene, sesselähnliche Sitzposition fahren, aus der man selbstständig aufstehen kann. Umgangssprachlich meint man damit auch ein normales Pflegebett mit Bettgalgen oder Aufrichtgriff als Zubehör.

Kann ich ein Pflegebett mit Aufstehhilfe mieten oder leihen?

Über die Kasse ja. Die Krankenkasse kann Hilfsmittel leihweise überlassen (§ 33 Abs. 5 SGB V), die Pflegekasse soll technische Pflegehilfsmittel vorrangig leihweise überlassen (§ 40 Abs. 3 SGB XI). Voraussetzung ist, dass ein Pflegebett mit dieser Funktion nötig ist. Den Weg dahin erklärt unsere Seite zum Antrag.

Was kostet ein Pflegebett mit Aufstehhilfe?

Geldbeträge zu Produkten nennen wir grundsätzlich nicht. Über die Kasse zahlst du bei einer Bewilligung nur die gesetzliche Zuzahlung. Wer privat kauft, bekommt das Geld von der Kasse in der Regel nicht erstattet, wenn er vorher nicht gefragt hat.

Worauf achte ich bei einem gebrauchten Pflegebett?

Auf die elektrische Sicherheit und die Seitengitter. Die Landesbehörden berichten seit 2001 von Todesfällen durch Brände elektrisch verstellbarer Pflegebetten und durch Einklemmen an Seitengittern. Seit 01.10.2010 gilt für solche Betten die Norm DIN EN 60601-2-52. Lass dir bei älteren Betten bestätigen, dass sie die heutigen Anforderungen erfüllen.

Quellen

Gut zu lesen als Nächstes

Wer hier schreibt

Redaktion aufstehhilfe-bett.de

Kaufberatung für Aufstehhilfen fürs Bett und WC

Wir sind die Redaktion von aufstehhilfe-bett.de. Wir werten Herstellerangaben und Gebrauchsanweisungen, das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen, Gesetzestexte und Behördenhinweise aus und erklären ruhig, welche Aufstehhilfe zu Kraft, Bett und Kasse passt – für ältere Menschen und für Angehörige, die mit aussuchen. Eigene Tests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Hilfsmittelverzeichnis, Gesetze & Anleitungen ausgewertet
  • Quellen auf jeder Seite
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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