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Aufstehlifter und Stehhilfen (Sara, Turner): was Pflegeprofis nutzen
Ein Aufstehlifter bringt einen Menschen aus dem Sitzen in den Stand, wenn Griffe am Bett nicht mehr reichen. Eine Pflegeperson bedient ihn, die Füße stehen auf einer Trittfläche, ein Gurt oder Griff gibt Halt. Bekannte Geräte sind die Sara-Familie von Arjo und der Turner PRO von Etac. Zu Hause kommen sie meist leihweise über Kasse und Sanitätshaus.
Die kurze Antwort
Aufstehlifter und Stehhilfen helfen Menschen in den Stand, die sich selbst nicht mehr hochdrücken können, aber noch etwas Kraft in Rumpf, Armen und Beinen haben. Eine Pflegeperson bedient sie. Wer gar nicht mehr mithelfen kann, braucht einen Lifter mit Hebetuch. Im Hilfsmittelverzeichnis stehen beide bei den Mobilitätshilfen und gelten als geeignet für den leihweisen Einsatz.
Wann ein Griff nicht mehr reicht
Bettgriff, Bettgalgen und WC-Stützgestell haben eines gemeinsam: Du ziehst oder drückst dich selbst hoch. Fehlt dafür die Kraft, wird es gefährlich – für dich und für die Person, die hilft.
Dann kommen Hilfsmittel aus einer anderen Welt ins Spiel: Stehhilfen und Lifter, wie sie in Pflegeheimen und Kliniken üblich sind. Das Hilfsmittelverzeichnis führt sie in Produktgruppe 22 „Mobilitätshilfen“ (Fortschreibung vom 16.08.2022). Laut Verzeichnis sind Lifter „bei Immobilität oder erheblich ausgeprägter Beeinträchtigung der Mobilität erforderlich“.
Nicht verwechseln: Bettgalgen und Bettgriffe stehen in einer anderen Produktgruppe, nämlich 19. Ein Bettgalgen ist keine Hebehilfe. Pflegende ziehen damit niemanden hoch.
Vier Bauarten im Überblick
| Bauart | So hilft sie | Wer muss was können |
|---|---|---|
| Drehscheibe | Füße stehen auf einer drehbaren Scheibe, der Mensch wird im Stand gedreht | kurz sicher stehen |
| Stehhilfe ohne Motor | Mensch zieht sich am Griff hoch, Kniestütze und Sitzfläche helfen beim Umsetzen | greifen und mitziehen, kurz stehen |
| Aufstehlifter mit Motor | Gurt und Hubarm bringen den Menschen in den Stand | Rumpfstabilität bzw. Haltekraft in Händen und Armen |
| Lifter mit Hebetuch | hebt den ganzen Körper, auch vom Boden | nichts – die Pflegeperson macht alles |
Die Beschreibungen stammen aus dem Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 22. Drehscheiben heißen im Alltag oft „Drehteller“. Laut Verzeichnis wird der Mensch darauf, „sofern noch eine ausreichende Stehfähigkeit besteht“, in die stehende Position gebracht und gedreht, etwa vom Bett in den Rollstuhl.
Aufstehlifter: so beschreibt ihn das Hilfsmittelverzeichnis
Der fahrbare Aufstehlifter hat ein Fahrgestell mit vier Rädern, das sich V-förmig spreizen lässt, und meist einen elektrischen Hubarm. Er ist laut Verzeichnis „lediglich teilkörperlasthebend“.
So läuft es ab:
Füße auf die Trittfläche
Der Mensch sitzt, etwa im Rollstuhl oder auf der Bettkante, und stellt die Füße auf die Trittfläche des Lifters.Gurt anlegen
Die Pflegeperson legt einen Gurt um Gesäß oder Rumpf. Der Mensch hält sich an den Griffen fest, Kniestützen führen die Beine.Aufrichten
Der Motor bringt den Menschen in den Stand oder eine aufgerichtete Position.Umsetzen
Die Pflegeperson fährt den Lifter zur Toilette oder einer anderen Sitzgelegenheit und senkt wieder ab.
Wichtig ist die Voraussetzung: Der Mensch braucht laut Verzeichnis „eine ausreichende Rumpfstabilität bzw. Haltekraft in den Händen und Armen“. Fehlt sie, ist ein Lifter mit Hebetuch richtig.
Sara, Turner und Co.: was die Hersteller angeben
Viele suchen nach Markennamen. Hier steht, was die Hersteller selbst nennen. Preise nennen wir nicht.
Arjo Sara Stedy: Stehhilfe ohne Motor
Die Sara Stedy und die kleinere Sara Stedy Compact „werden nicht elektrisch angetrieben“, schreibt Arjo. Eine einzelne Pflegekraft hilft damit beim Transfer aus dem Sitzen in den Stand. Der Mensch zieht sich an einem Querstangen-Griff selbst hoch, eine Kniestütze stützt die Beine. Danach wird die Sitzfläche untergeklappt.
Laut Arjo ist die Sara Stedy für Menschen von 149 bis 193 cm Körpergröße ausgelegt, die Compact-Ausführung für 138 bis 172 cm. Die sichere Arbeitslast beträgt bei beiden 182 kg.
Arjo Sara Flex: Aufstehlifter mit Motor
Die Sara Flex hilft laut Arjo „mit einer einzigen natürlichen Bewegung aus dem Sitzen in den Stand“. Sie hat eine Handbedienung mit Display, eine Beinstütze und einen Beingurt aus Silikon. Die sichere Arbeitslast gibt Arjo mit 200 kg an, das Gerät selbst wiegt mit Batterie 53,6 kg.
Etac Turner PRO: Drehhilfe für kurze Wege
Der Turner PRO ist laut Gebrauchsanweisung eine Aufsteh- und Umsetzhilfe für Bett, Stuhl, Rollstuhl oder Toilette. Er hat keinen Motor. Die Anleitung nennt eine sichere Arbeitslast von 200 kg und erlaubt den Einsatz nur in Innenräumen auf ebenen Flächen.
Die Grenze steht klar unter den Gegenanzeigen: Bei Menschen, „die nicht selbständig steh- und/oder greiffähig sind“, darf er nicht eingesetzt werden. Die englische Fassung der Anleitung sagt außerdem, dass nur geschultes Personal das Gerät bedienen soll.
Hebix, Lyfty und andere
Zu weiteren Namen, nach denen oft gesucht wird, etwa Hebix oder Lyfty, haben wir keine Herstellerunterlagen ausgewertet. Wir beschreiben sie deshalb nicht. Hebehilfen, die einen gestürzten Menschen vom Boden aufnehmen, stellen wir unter Aufstehhilfe vom Boden vor.
Krankenkasse: meist leihweise
Lifter und Aufstehlifter sind Hilfsmittel der Krankenkasse nach § 33 SGB V. Das Hilfsmittelverzeichnis beschreibt die fahrbaren Lifter und Aufstehlifter als „für einen leihweisen Einsatz geeignet“. Zu Hause bekommst du sie deshalb meist geliehen, nicht gekauft.
Laut Verzeichnis soll der Lieferant einen fahrbaren Lifter bei Bedarf am Einsatzort erproben und fachgerecht einstellen. Prüf also vorher, ob Türen breit genug sind und ob der Lifter unter das Bett fahren kann. Das verlangt das Verzeichnis von gelisteten fahrbaren Liftern ausdrücklich.
Meist verlangt die Kasse eine ärztliche Verordnung. Die Kasse versorgt über ihre Vertragspartner. Wer ein Gerät selbst kauft und die Rechnung einreicht, bekommt das Geld in der Regel nicht erstattet. Wie der Antrag läuft, erklärt Aufstehhilfe beantragen, welche Kasse zuständig ist, Krankenkasse oder Pflegekasse?.
Welche Hilfe passt zu welcher Kraft?
- Kraft in Armen, Rumpf und Beinen ist da, aber das Aufstehen ist mühsam: ein Griff am Bett, siehe Aufstehhilfen für Senioren.
- Aufrichten im Bett fällt schwer: ein Pflegebett mit Sitz- und Aufrichtfunktion, siehe Pflegebett mit Aufstehhilfe.
- Kurz stehen geht, gehen kaum: Drehscheibe oder Stehhilfe mit Pflegeperson.
- Stehen geht nur mit viel Unterstützung: Aufstehlifter mit Motor.
- Kein Mithelfen möglich: Lifter mit Hebetuch.
Was ein frei stehendes Stützgestell kann und was nicht, steht unter Mobile Aufstehhilfe. Alle Bauformen fürs Bett zeigt die Startseite.
Fragen, die oft gestellt werden
Was ist der Unterschied zwischen Aufstehlifter und Patientenlifter?
Ein Aufstehlifter hebt laut Hilfsmittelverzeichnis nur einen Teil des Körpergewichts: Die Füße stehen auf einer Trittfläche, ein Gurt um Gesäß oder Rumpf bringt den Menschen in den Stand. Dafür braucht er ausreichende Rumpfstabilität bzw. Haltekraft in Händen und Armen. Ein fahrbarer Lifter mit Hebetuch hebt den ganzen Körper und kann einen Menschen auch vom Boden aufnehmen.
Ist die Sara Stedy elektrisch?
Nein. Laut Arjo werden Sara Stedy und Sara Stedy Compact nicht elektrisch angetrieben. Der Mensch zieht sich an einem Querstangen-Griff selbst in den Stand, eine Kniestütze hilft, danach klappt die Pflegekraft die Sitzfläche unter. Die Sara Flex dagegen hat eine Handbedienung mit Display und hebt mit einer Vorwärtsbewegung.
Wie kann ich jemanden vom Rollstuhl ins Bett bringen?
Nicht allein hochheben. Je nach Kraft helfen ein Rutschbrett zum Überrutschen im Sitzen, eine Drehscheibe bei ausreichender kurzer Stehfähigkeit, eine Stehhilfe oder ein Aufstehlifter. Welche Hilfe passt, klärst du mit Physiotherapie, Pflegedienst oder Sanitätshaus, die auch die Einweisung übernehmen.
Kann man einen Aufstehlifter gebraucht kaufen?
Möglich ist es, aber prüfe vorher, ob es eine Gebrauchsanweisung gibt und wer das Gerät wartet. Hersteller wie Etac geben eine erwartete Lebensdauer an, beim Turner PRO 5 Jahre oder 15.000 Drehbewegungen. Über die Kasse gibt es Lifter meist leihweise und mit Einweisung.
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 22 Mobilitätshilfen, Fortschreibung vom 16.08.2022
- Arjo: Sara Stedy – Manuelle Stehhilfe, Produktseite mit technischen Daten (abgerufen am 26.10.2026)
- Arjo: Sara Flex, Produktseite mit technischen Daten (abgerufen am 26.10.2026)
- Etac: Turner PRO, Gebrauchsanweisung BM61099 Rev G (2021-12-29), mehrsprachig
- § 33 SGB V – Hilfsmittel (gesetze-im-internet.de)
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Wer hier schreibt
Redaktion aufstehhilfe-bett.de
Kaufberatung für Aufstehhilfen fürs Bett und WC
Wir sind die Redaktion von aufstehhilfe-bett.de. Wir werten Herstellerangaben und Gebrauchsanweisungen, das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen, Gesetzestexte und Behördenhinweise aus und erklären ruhig, welche Aufstehhilfe zu Kraft, Bett und Kasse passt – für ältere Menschen und für Angehörige, die mit aussuchen. Eigene Tests machen wir nicht, und das sagen wir offen.
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